Karl Ehlers

Geburtsort: Holstein
Geburtsdatum: 16.5.1904
Sterbedatum: 16.04.1973
Stadt: Detmold
Straßennamen: Karl-Ehlers-Straße

Sein/ Ihr Leben:

Karl Ehlers, war Bildhauer und Grafiker, der einen sehr hoch angesehenen Platz in dem von Erschütterungen und Krisen reichen Szenarium der Kunst hatte. Er ist am 16.03.1904 in Hollenbek in Schleswig Holstein geboren und 1914 nach Bottrop ins Ruhrgebiet übergesiedelt und dort die Volksschule und das Gymnasium besucht. Von 1923-1928 studierte er an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf und war 2 Jahre Meisterschüler bei Professor Netzer. Von 1928-1929 war er Gastatelier an der staatlichen Kunstakademie Istanbul, außerdem unternahm er Reisen nach Griechenland und Italien. An der gewerblichen Berufsschule Duisburg- Hamborn war er Lehrer von 1930-1936, er richtete freie Kunstkurse ein und baute eine Steinmetzklasse auf. Der Umkreis seiner Thematik war weit, denn er benutze eine Vielzahl von Materialien : Gips und Ton, das Holz der Wälder und Gärten, Marmor, Sandstein und Kunststein, Eisen, Stahl und Bronze, Silber, Kupfer und Blei, Aluminium und Zinn, Glas, Beton und Schiefer, Draht und Pappe, Sperrholz und Hartfaser und Pressspan.1934 heiratete er Erna Fleer und im Jahre 1936 wurde Tochter Rikarda geboren. 1937 bekam er das Staatsstipendium „ vier Maler vier Bildhauer“ an der Kunstakademie Kassel, im gleichen Jahr wurde außerdem seine Tochter Beate geboren. Von 1940-1948 war er Soldat, russischer Gefangener und sehr lange erkrankt, doch im Jahre 1943 wurde seine dritte Tochter Anke geboren. Ab 1948 hieß sein Wohnort Detmold, dann Heidenoldendorf. 1952 bekam er ein Diplom der Internationalen Medaillenausstellung von Madrid, außerdem erhält er im Jahre 1953 den Cornelius Preis der Stadt Iserlohn. 1954 erhielt er den Konrad von Soest- Preis (Kunstpreis des Landschaftverbands Westfalen- Lippe). Leiter der Bildhauerabteilung der Werkkunstschule Münster war er von 1957-1970 und im Jahre 1960 bekam er den Karl- Ernst- Osthaus- Preis (Kunstpreis der Stadt Hagen). 1965 übersiedelte er nach Hiddesen in ein eigenes Haus mit Atelier, außerdem erhielt er 1973 eine Einladung in die Villa Massimo, in Rom, als Ehrengast. Er wurde beschrieben als ein gewichtiger ehrenwerter Mann, mit Reichlichkeit an Freundschaft und seiner Kraft gewiss, er war ohne falsche Künstlerattitüde und reich an Humor. Karl Ehlers war kein Formalist, Maniristin und Routinier, sondern jemand der eine einmal gewonnene künstlerische Sprache lebenslang ausmünzte. Kennzeichnend für ihn, war sein künstlerisches Verhalten und Verfahren, das man in seiner Eigenart als knapp, klar und bestimmt, zurückhaltend und spröde bezeichnen kann. Besonders seine plastischen Arbeiten waren bekannt für ihn.


Werke:

1932 hatte Karl Ehlers seinen Durchbruch und bis zum Krieg 1939 hat er 230 Arbeiten fertig gestellt, von denen 1/3 der Werke mit Titeln bekannt waren, aber nicht durch Fotos belegbar. Nach dem Krieg und langer Gefangenschaft fertigte er 1950 wieder neue Arbeiten an. Im Detmolder Bereich stehen folgende seiner Werke: die Betonstelle an der neuen Aula der Musikakademie, der Bronzethron von der Marktkirche, die großen farbigen Glasfenster im Regierungspräsidium, im Leopoldinum und in der evangelischen Kirche in Heidenoldendorf. Sowie die Stützmauer aus Betonfertigkeiten an der Justizvollzugsanstalt und die beiden Holzfiguren im Foyer des Landestheaters.

Erstellt von:

Sarah Gronemeier

Quelle:

Lippische Landeszeitung vom 16 März 1984, Titel : In memoriam Karl Ehlers und Karl Ehlers plastisches Werk, F. Coppenrath Verlag 1984