Karl Ulrich Volkhausen bzw. Pseudonym(Biegemann)

Geburtsort: Volkhausen (Bad Salzuflen)
Geburtsdatum: 06.02.1854
Sterbedatum: 14.01.1937
Stadt: Bads Salzuflen, Barntrup, Lage, Lemgo, Oerlinghausen, Schieder-Schwalenberg
Straßennamen: Volkhausenstraßen, Karl-Biegemann-Straße, Korl-Biegemann-Straße

Sein/ Ihr Leben:

Karl Ulrich Volkhausen ist am 6.Februar 1854 in Volkhausen in Lippe geboren. Sein Vater war Amtsmeister. Er besuchte die Volksschule in Retzen und von 1864-72 das Gymnasium in Detmold. Danach studierte er in Würzburg, Göttingen und Leipzig Medizin. 1877 war er als Soldat in der Arme und ab 1878 Arzt. In Schötmar war er dann von 1893-94 als Kreisarzt tätig. Ab 1904 arbeitete er dann in Detmold als Kreisarzt. Außerdem schrieb er viele platt-deutsche Gedichte und seinem Pseudonym Korl Biegemann. Er trat 1914 in den Ruhestand und starb im Januar 1937 in Volkhausen. Ergänzungen: Am 6.2.1854 wurde Ulrich Volkhausen alias Korl Biegemann auf dem Amtsmeierhof Volkhausen - ein Teichgut - geboren. Er war das vierte und jüngste Kind des Amtsmeiers Friedrich Philipp Volkhausen und seiner Ehefrau Henriette Wilhelmine geb. Falkmann aus Ehrdissen. Die Landschaft hatte es Korl Biegemann immer wieder angetan, der seine engere Heimat über alles liebte. Auf dem elterlichen Hof hatte er eine unbeschwerte Jugend verbracht, Hunde und Katzen geärgert, Kühe und Schweine gehütet, ist wie ein rechter Landjunge aufgewachsen. In Retzen besuchte er drei Jahre die Dorfschule. Er war ein guter Schüler. Bei seiner Begabung ergab es sich von selbst, dass er das Gymnasium in Detmold besuchte und es mühelos mit dem Abitur abschloss. Er entschloss sich zum Medizinstudium und trat der der Landsmannschaft Makaria bei. Es folgten zwei Semester in Göttingen und fünf Semester in Leipzig. Im Januar 1877 bestand Ulrich Volkhausen - kaum 23 jährig - die medizinische Staatsprüfung und das Doktorexamen. In Detmold diente er ½ Jahr bei den 55ern, ein weiteres ½ Jahr dasselbst und sechs Wochen in Minden als Arzt. Im Jahre 1878 ließ er sich als praktischer Arzt in Schötmar nieder und wirkte dort bis zum 1.1.1904, die letzten zehn Jahre als Kriegsarzt. 1904 wurde er als Kreisarzt nach Detmold berufen und trat 1914 in den Ruhestand. Die täglichen beruflichen Strapazen (jahrelange Außenpraxis zu Fuß ausgeübt) hatten ihm im Laufe der Jahre so zugesetzt, dass er sich auf der Höhe seines Berufslebens ein Asthmaleiden zuzog, von dem er sich nie hat befreien können. Als Amtsarzt brachte er 1910 ein "Ärztliches Rechtsbuch für Lippe" heraus. Dass Korl Biegemann neben seiner ärztlichen Tätigkeit auch ein lustiger fröhlicher und humorvoller Gesellschafter sein konnte, hat er durch seine Mitbegründung des Kegelklubs Wissimoik in Schöttmar und seiner jahrelangen Mitgliedschaft bewiesen. In erster Ehe (22.4.1881) mit Anna Wilhelmine Juliane geb. Meier zu Hölsen; sie gebahr zwei Töchter, Anna Elisabeth (geb. 16.12.1881, gest. 17.12.1885) und Katharina gen. Käthe (geb. 12.6.1888). In zweiter Ehe mit Emma geb. Niederschulte aus Overberge bei Schwerte. Dieser Ehe entsprossen zwei Kinder, Philipp und Anna. Öffentlich wohl zum ersten Male trat Korl Biegemann bei Eröffnung des Bahnhofs Schöttmar im Jahre 1892 mit einem plattdeutschen Gedicht hervor. Gut zehn Jahre später erschien bei Hans Hinrich in Detmold ein Büchlein in himmelblauem Umschlag mit der silbernen Aufschrift "Korl Biegemann - Twisken Biege un Weern". Es enthielt 52 Gedichte im lippsken Platt "Schöttmarske Mundart und war "tun Besten van'n Landkrunkenhiuse in Deppelt" herausgegeben. Der ersten Auflage folgten weitere im vermehrten Umfang. Die dritte 1922 erschienene Auflage umfasst 382 Seiten. Bei einem so regen Geiste wie Korl Biegemann konnte es nicht ausbleiben, dass es bei diesem Buche nicht blieb. Die Bücher "Late Sommer", "Plattdeutsche Redensarten", "Dat leste Blatt" und "Iut Deppels äolen Dagen" schlossen sich an. Daneben erschienen häufig Gedichte von ihm in den lippischen Tageszeitungen und Heimatkalendern zu verschiedenen Anlässen. Es verstand sich von selbst, dass ein so verdienter Mann um das lippische Kulturgut, die heimatliche plattdeutsche Sprache, anlässlich seines 70.Geburtstages am 6.2.1924 in Detmold hoch geehrt wurde, obwohl es seiner schlichten Bescheidenheit widersprach.


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